Pfingsten 2001, ein nasses Vergnügen

Es ist Freitag, der 1. Juni 2001. Am Gruppenraum Heidter Berg hört man Stimmen. Geklirre von Töpfen, Gepäck und anderen Utensilien stören das Singen der Vögel. Endlich ist alles in den Autos verstaut. Bedenkliche Blicke beim Anblick des Gespannes. Gespann? - Nee Schrotthaufen mit Anhänger. Die Last des Gewichtes drückte den Wagen ziemlich tief. Ob das gut geht?

Abfahrt. Das Gespann gibt komische Geräusche von sich. Der Zugwagen (Auch Colabüchse genannt) liegt so tief, dass die Schmutzfänger den Boden berührten. So kratzten sie die Fahrbahn sauber. - Erst ab einer Geschwindigkeit von über 40 km / h schwebten

die Schmutzfänger über dem Boden. Richtig schlecht wurde es Kelly an der Kreuzung hinter Radevormwald. Dort standen zwei Polizisten, die Verkehrskontrollen machten. Gott sei dank in die andere Fahrtrichtung. Der Erste bemerkte das Gefährt nicht. Der Zweite sah aber das Gespann. Er traute seinen Augen wohl nicht. Wahrscheinlich hat er beide Augen zugeklebt, er schüttelte nur den Kopf und wir konnten unbeschadet weiterfahren. Endlich erreichten wir unseren Lagerplatz und wir richteten uns gemütlich auf der Wiese ein. Zelte aufbauen, einmal anders. Kelly versprach den Siegern ein Mars. Also kloppten wir die Zelte nur so aus dem Sack und Ruck - Zuck standen die Dinger. Schnell noch die Häringe und fertig waren
die Zelte. Jetzt fingen wir an Löcher zu buddeln. Eins für das Lagerfeuer, eines für die Abfallgrube und eines für den Donnerbalken. Als auch das geschehen war, gab es sogar noch ein Lagerfeuer. Bald schon drang schaurig, schöner Gesang in die hügelige Landschaft. Diese Nacht wurde lang und wir hofften, dass der Wetterbericht nicht eintreffen würde. Bis jetzt war es noch trocken und warm. Kelly musste nachts noch umziehen, weil Milka doch wieder an den Beverblöm denken musste. Als er im Zelt der Mädchen war, dauerte es keine 4 Minuten und Milka war eingeschlafen. Die Hoffnung auf gutes Wetter mussten wir schon bald begraben. Mitten in Nacht wurde es kälter und es kam Dauerregen.

Samstag, 02. Juni 2001

Wir schliefen etwas länger als geplant. Doch leider nutzte das wenig. Der Regen hörte einfach nicht mehr auf. Kalt war es. Trotzdem rafften wir uns auf und fielen beim Frühstück über die Cornflakes her. Auch das lange Frühstück schaffte es nicht, den Regen zu vertreiben. Kelly, Dagobert, Mickey und Wurzel kauften in Radevomwald die restlichen Lebensmittel ein. Am Obststand gab es Trost vom Händler. Wir durften ein paar Früchte probieren. Im Lager wurden Spiele im Zelt abgehalten. Es regnete immer noch. Der Küchendienst, sonst eigentlich immer verpönt, wurde jetzt herbeigesehnt. Warum? Ist doch klar! Im Küchenzelt wurde es ein wenig warm, durch die Kocher. Nach

dem Mittagessen und dem lästigen Spüldienst entschlossen sich die Gruppenleiter, einen Kocher im Aufenthaltszelt zu plazieren. Hier sorgte er auch für Wärme. Jedoch sobald der Regen eine Minutenpause einlegte, kamen die nassen Teilnehmer aus den Zelten und Schlafsäcken gekrochen. Die Spielsachen aus der Kiste raus und die trockenen Zeiten ausnutzen. Der Bach unterhalb des Lagers wurde angestaut, damit wir einen Waschplatz hatten.

Die Mädchen bewiesen Durchhaltevermögen, während so Kerle wie Bobo, Tictic (Spitznamen auf der Fahrt bekomen) und Stefan nach Hause wollten. Tränen flossen. Wir überredeten die drei doch noch zu bleiben. So nutzten viele die Gelegenheit noch einmal, um die Pfadfindersachen zu lernen. Knoten wurden geübt. Waldläuferzeichen gelernt, Erste Hilfe mit Opfern durchgeführt usw., usw. Der Regen ließ sich nicht beeindrucken und schüttete Wasser vom Himmel. Kelly fuhr noch einmal zum Gruppenraum und besorgte mit Blubb weiteres Spielmaterial für Drinnen. Benjamin, Hüpfer, Wurzel

und Schlaaba wollten unbedingt zum Kreuzpfadfinderbund, der sein Lager in der Nähe hatte. Luftlinie sind es ca. 800 - 1000 Meter zu deren Lager, allerdings liefen die vier, mit Holzkohle schwarz angemalt im Kreis. Sie kamen dabei dem Weg zum Zeltlager des KPF sehr, sehr nahe, aber eben nur nahe. Sie fanden es nicht. Aber sie waren nicht allein. Sie wurden begleitet von heftigen Regenschauern und widerlicher Kälte. - Sie wollten es nicht anders.

Sonntag, 03. Juni 20001

Nach dem Frühstück im warmen Aufenthaltszelt (Kocher) dauerte es

nicht lange und der Ernst des Pfingstlagers begann. Diese fiesen Leiter, unterstützt durch Dagobert prüften die angehenden Wölflinge und Jungpfadfinder. Zwei Prüflinge wollten zuerst nicht mitmachen, nach langem Zureden haben sie es doch probiert. Der Regen. Der Mistregen verhinderte sogar unser Lagerfeuer mit Würstchengrillen. Nach den Prüfungen war es relativ spannend im Lager. Die gemeinen Leiter verrieten natürlich nicht, wer es geschafft hat, oder wer durchgefallen war. Wegen des Regens, wieder einmal, konnten wir kein Lagerfeuer machen, es wäre ersoffen. Also heizten wir das Zelt und nahmen sehr spät das Abendessen ein. Die Eltern von Stefan waren eingetroffen und gemeinsam kam es dann unter dem Schein

der Campinglampe zum Showdown. Mit einem Lied wurde die Stiummung etwas heimeliger. Joschi, bis dahin als Marie bekannt, wurde als Erste aufgerufen. Sie hatte ihre Wölflingsprüfung als Beste bestanden und durfte das Wöllingsversprechen ablegen. "Ich möchte als Wölfling bei Euch mitmachen und mich nach den Pfadfindergesetzen richten." Es folgten Felix (Tictic), dann Milka. Stefan der trotz Kältetränen bis dahin ausgehalten hatte ist jetzt auch Wölfling geworden. Ganz Cool das Auftreten von Bobo. So gerade eben hatte es es geschafft und sichtlich froh kam er nach vorne und nahm stolz sein Abzeichen entgegen. Ailine (jetzt Pinoccio) wollte erst gar nicht antreten. Wir mussten wirklich lange auf sie einreden. Sie hatte Angst die Prüfung nicht zu schaffen. Aber mal ernst. Wenn man sich die gutmütigen Fratzen der Gruppenleiter ansieht, kann man da Angst haben? - Ich finde nicht.

Da gab es dann noch so einen Wurzel. Selbst diese faule Socke, hat es mit minimalem Aufwand geschafft und schlidderte so gerade eben in sein Jungpfadfinder - Leben. Er kann von Glück reden, dass neben dem Wissen auch der Einsatz und das Mitmachen bei den Gruppenstunden und Aktivitäten zählt. - Und da gab es auch noch Dagobert. Er durfte auch sein Jungpfadfinderversprechen ablegen. Schlaaba wurde verdient in den Kreis der Pfadfinder aufgenommen. Bifi konnte es gar nicht glauben. Er wurde auch in den Kreis gerufen und durfte Rocky nachsprechen. Damit war er Pfadfinder. - Doch die Überraschungen hörten nicht auf. Dagobert reagierte zunächst gar nicht auf den Aufruf. Er wurde auch noch zum Pfadfinder ernannt. Das lag daran, dass er ausser beim diesjährigen Pfingstcamp nicht an den Freizeiten teilnehmen konnte, wo solche Prüfungen durchgeführt wurden. Durch

seinen Einsatz, hat er bewiesen, dass er Pfadfinder ist. Als wir zum Schluss noch das Abschlusslied geträllert hatten und wir brüllten "Freie Pfadfinderschaft Schwalben - Allzeit bereit!" haten sich fremde Stimmen darunter gemischt. Raudi hatte mit ein paar Freunden geplant uns zu "überfallen". Jedoch trauten sie sich nicht ins Lager, da es immer wieder Bewegung zwischen Küche und Aufenhaltszelt gab. Als man aber bemerkte, dass wir die Versprechensfeier hatten, bauten sie kurzerhand unseren Fahnenbaum mit Fahne ab. - Bifi schäm dich! (er ist unser Fahnenwart) Aber auch die anderen hatten den Fahnenklau nicht bemerkt. Wir bekamen aber unsere Fahne zurück und dann saßen wir noch ein paar Stunden beisammen und

quatschen noch ein wenig. Plötzlich wurde das friedliche Beisammensein durch Böller und Kracher unterbrochen. Wir stürmten nach draussen und bemerkten, dass der Fahnenmast schon wieder geklaut war. Mit Taschenlampen bewaffnet, hatten wir das Gefühl Personen mit gelben Regencapes gesehen zu haben. Fangen konnten wir keinen. Da Bifi diesmal unsere Fahne nicht mehr am Mast hängen hatte, konnten wir das gute Stück wenigsten retten. Der Mast blieb verschwunden. Leider hatten die Diebe es sich sehr einfach gemacht. Sie zerschnitten einfach unsere Seile. (Unfair, da gute Seile und teuer. Sollten die "Diebe" das lesen, fühlt auch geteert und gefedert!) Ansonsten aber Schmach über uns. - Na ja, nach dem Überfall ging es

dann in die Heia. Müde und nass schliefen wir ein. Kein Beverblöm traute sich bei dem Wetter in unser Lager, so dass auch Milka ruhig schlafen konnte.

Montag, 04.06.2001

Es war merklich wärmer geworden. Und es blieb trocken! Nach dem Früshstück konnten wir sogar wieder draussen spielen. Wir tobten uns mit den Bällen aus. Bumerangs, vorgesehen für die Lagerolympiade flogen überall hin, nur nicht zurück. Es gab noch ein Mittagessen und dann fielen die Zelte den brutalen Händen der Wölflinge, Jungpfad-

finder und Pfadfinder zum Opfer. Schnell waren sie abgebaut. Doch die Laderei in den Anhänger und in die Autos dauerte doch etwas länger als geplant. Die Eltern, die uns abholten, packten kräftig mit an und endlich konnten wir der warmen Dusche näher rücken. Wir stellten uns im Kreis zusammen und sangen das Abschiedslied. Dann rückte Kelly mit einer angeblichen Überraschung raus. Es gab Müsli Riegel zum Abschluss. Man konnte den Gesichtern ansehen, dass sie enttäuscht waren. Doch dann kam sie, die Überraschung: Der Schwalben Kurier 10 wurde verteilt. Die Überraschung war gelungen. Dann ging es wieder nach Hause, nicht jedoch bevor wir uns bei den Landwirten Wendler bedankt hatten. - Kelly