Freitag, 17.05.2002

Es ist Freitag Nachmittag. In Wuppertal bereitet man sich auf das Wochenende vor. Nur im Südosten der Stadt, genauer gesagt an der Kirche Obere Sehlhofstr. machen sich Kinder und Jugendliche daran den Kirchenkeller leerzuräumen.

Was da alles so rauskommt?! Na, ja da steht auch ein Anhänger und der wird mit den Utensilien beladen. Das Theater zieht sich etwa 30 Minuten hin und dann setzt sich ein Tross von Autos in Bewegung. Die Fahrt geht gen Osten. Dabei streift man so idyllische Orte wie Beyenburg, Dahlhausen und Radevormwald. Hinter Radevormwald geht es in die Bergischen Wälder. An einem Bauernhof stoppt die Karawane. Von den Anwesenden Landwirten Wendler, wird uns die untere Wiese zugewiesen. Jedoch ist der Feldweg dorthin durch das vergangene Hochwasser tief ausgewaschen. Der Bus mit dem Anhänger kann nicht auf die Wiese fahren. Also heißt die Devise: Schleppen. Alle müssen ran. Also werden Zelte, Gasflaschen, Verpflegung, Gepäck, und vieles mehr auf die Wiese getragen. Dort werden zunächst die großen Zelte aufgebaut. Nach langer Bauaktivität stehen dann die Zelte. Es ist mittlerweile schon 20.30 Uhr. Essenspause. Ein kleines Wunder hat sich bis dahin schon ereignet. Es hat bisher keinen Regen gegeben. (Siehe Bericht aus dem Jahr 2001) :) Die Toilettengrube und das Loch für ein erstes Lagerfeuer wurden ausgehoben und tatsächlich saßen wir am ersten Abend bereits vor dem Lagerfeuer.

Samstag, 18.05.2002

Gegen 6 Uhr war die Nacht schon für die ersten wieder zu Ende. Da sie sich ruhig verhielten, war es auch nicht der letzte Morgen ihres noch jungen Lebens. Beim Frühstück unterschieden sich die ersten schon von reinlichen Pfadfindern und kleinen Ferkeln. Das mit dem Waschen hat sich noch nicht bis in die unteren Altersklassen rumgesprochen.

Nach dem Frühstück wurde Holz gemacht und der Feuerplatz vergrößert. Außerdem wurde von unserer alten Wiese der Fahnenmast zurückgeholt. Er war sichtlich erfreut, wieder für uns an diesem Wochenende rumzustehen. Kelly, Milka Pinnoccio und Dagobert waren in Radevormwald und kauften die Lebensmittel ein, die man wegen der Hitze nicht aus Wuppertal mitbringen konnte. Dabei entdeckten sie in der Bäckerei, wo man die Brötchen kaufte einen Pinnoccio. Was das ist? Ganz einfach ein Amerikaner mit Schokoguss und zwei Smarties als Augen. Wir beschlossen, diesen Pinnoccio den anderen nicht vorzuenthalten und kauften ihn. Nur unsere Pinnocio aus Fleisch und Blut war damit nicht einverstanden.

Im Lager warten die restlichen Arbeiten so langsam aber sicher dem Ende entgegen gegangen. Jetzt wurde noch unsere Fahne gehisst und das Lager war perfekt. Auch für eine kleine Maus, die sich bereits in Kellys Fotokoffer gemütlich eingerichtet hatte. Da dieser Koffer jedoch in der Küche stand, wurde ihr die rote Karte gezeigt. Es scheint übrigens als wenn wir dieses Jahr das Jahr der Mäuse haben. Unsere Vorräte im Keller wurden von Mäusen geplündert. Sie bissen sogar schwere Alufolie durch, um die süßen Körner des Früchtetees tu fressen. Dabei benutzten sie den Tragekorb auch als Toilette. Wir mussten die angefressenen Materialen entsorgen und bereits für unsere Fahrt nach Windrath reinigen. Mit einem Hochdruckreiniger wurden unsere Utensilien gereinigt. In Windrath erwarteten uns wieder Mausspuren. Dort waren die Viecher sogar in den Betten.

Doch zurück zum Pfingstzeltlager. Nach dem Mittagessen, welches von den Leitern köstlichst zubereitet wurde ging es wieder ans Spielen. Der Spieltrieb wurde jedoch unterbrochen von Tic Tic, Bobo und Charly. Sie hatten sich auf den Weg zum Hochsitz gemacht. (ohne Erlaubnis selbstverständlich!) Aufgeregt kamen sie zurück "Dahinten liegt ein Rehkitz, im hohen Gras versteckt!" "Und der Bobo ist draufgelatscht!" Langsam legte sich die Aufregung und Kelly verbot allen dieses Rehkitz anzufassen, oder auch nur dort in die Nähe zu gehen. Er hoffte darauf das die Mutter sich des Kitzes wieder annehmen würde, sobald die Kinder weg waren. Wilde Gerüchte kamen auf. Man wollte den Förster rufen, der das Kitz notfalls erschießen muss. Doch das hätten die Kinder nicht zugelassen. Sie wollten es mit nach Wuppertal nehmen und dem Zoo übergeben. Oder der Förster soll es in eine Aufzuchtsstation bringen. Man wollte Kelly nicht so recht glauben, dass das Kitz eigentlich nur da tat, was Kitze in der Situation zu tun pflegen. Sich nämlich im hohen Gras zu verstecken und auf die Muter zu warten.

Eigentlich hatten wir für den Nachmittag eine Lagerolympiade geplant, doch die fiel ins Wasser und das im wahrsten Sinne des Wortes. An unserem Lagerbach, die Bever, Zufluss zur Bevertalsperre wurden Staudämme und Brücken gebaut, wieder eingerissen und von wieder aufgebaut. Ab und zu flogen auch Bälle oder Steine in den Bach, um Zuschauer nass zu machen. Der Spaß dauerte mehrere Stunden an, dann begann es regnen. Nicht viel und auch nicht besonders heftig. Wir sammelten uns alle im Aufenthaltszelt und dort wurden ein paar lustige Kreis- und Wortspiele gemacht. Der Regen hörte wieder auf und man entzündete ein Lagerfeuer, ließ es etwas herunterbrennen. In der Glut wurden dann die Würstchen an geschnitzten Stöcken gegrillt. Zwischen das Prasseln des Feuer mischte sich jetzt das Schmatzen und Rülpsen der Fressgemeinde. Als man das Abendessen verputzt hatte, wurde das Feuer wieder mit Holz genährt. Erste zaghafte Versuche singender Weise die Nacht anzugehen wurden gestartet. Erst am nächsten Morgen endete diese Sitzung.

Sonntag, 19.05.2002

Das Frühstück, war Anlass Bobo, Tic Tic, Pumuckel, Charly darauf aufmerksam zu machen, dass sie sich, wenn sie denn einmal Mädchen gefallen wollen auch im Zeltlager zu waschen hätten. Unsere mitgereisten Mädels, besonders Milka und Pinnoccio rümpften aber die Nase, bei dem Gedanken diese Jungs als Freunde angeboten zu bekommen.

Die Gruppenleiter steckten die Köpfe zusammen und beschlossen den weiteren Werdegang dieses Tages und die Kinder spielten wieder im Wasser oder vergnügten sich mit Ballspielen oder Ritterkämpfen. Dann verschwanden Hüpfer, Bifi Rocky um das Waldspiel vorzubereiten. Kelly startete die Gruppen vom Lager aus. Wir schauten noch einmal nach dem Rehkitz, doch das war weg. Bevor man losgehen konnte musste man allerdings erst eine Trage bauen und zwei aus der Gruppe eine Strecke damit tragen. Während die "Verletzten" mehr oder weniger lachend auf der Trage lagen, stolperten die Träger teilweise vorwärts oder rückwärts. Im Notfall hätte sich ein Verletzter gewünscht nicht von diesen Chaoten gerettet zu werden. Dann ging es auch schon los. Quer durch den Wald, natürlich zuerst mal einen steilen Hang rauf. Bis man den ersten Posten erreicht hatte, musste man doch etwas laufen. Dort saß dann Rocky an ein paar umgestürzten Bäumen. Die Aufgabe, die hier zu lösen war, hieß einfach auf Zeit einen Baumstamm zu zersägen. Übrigens die Gruppenleiter trauten den Teilnehmer nicht. Ein Erste Hilfe Koffer stand griffbereit. Es ging weiter. Dann waren wir auch schon wieder in der Nähe unseres Zeltlagers. Kelly kochte schon, weil das Spiel so kurz sei. Doch dann kam man etwa 200 Meter vor unserem Lager an einen Zaunpfahl. Der wies uns den Weg auf der anderen Seite des Zaunes wieder zurück. Also erst etwa 1 km westwärts, dann 1 km auf der anderen Seite des Zaunes mit dem Bach als Grenze in der Mitte wieder zurück. Dann ging es doch noch weiter. Irgendwann traf man auch auf Bifi. Der hielt den Teilnehmern einen Kompass vor die Nase und man sollte in Marschrichtungszahl 249 das nächste Zeichen finden können. "Kompass, wassn dat?!" Ungewöhnliche Methoden des Kompasslesens wurden gezeigt, doch alles fanden mehr oder weniger gekonnt das nächste Zeichen. Sogar die Mädchengruppe fand diesen Posten und die Marschrichtungszahl. Und das, obwohl die Mädchen bereits am letzten Posten angekommen waren. Doch der (Hüpfer) schickte sie wieder auf den richtigen Pfad. Die Mädchen gaben nicht auf. So kamen sie dann auch noch in den Genuss der großen weiten Wanderwelt. Der letzte Posten war wie bereits angedeutet der von Hüpfer. Hier mussten alle Gruppenteilnehmer eine Tasse Wasser zur Küche bringen. Doch die Wegstrecke betrug etwa 400 Meter und am Ende wurde die Wassermengen in einem Messbecher gemessen.
Als die Gruppenleiter das Spiel auswerteten stellten sie fest, dass die Mädchen den ehrenvollen dritten Platz belegten. Die beiden Jungengruppen tummelten sich beide auf Platz eins. Mit einer Stichfrage am Lagerfeuer wurde der Sieger ermittelt. Tic Tic war der wahre Gewinner, der als Einziger die richtige Antwort nannte. Am Abend wurde das Mittagessen nachgereicht. Maggi und Pumuckel übten noch ein wenig für ihre Prüfungen. Dann wurden sie auch schon gequält. Die Nacht kam herein und das Lagerfeuer brannte schon wieder. Am Anfang ganz hoch, da war fast noch keiner vorhanden. Später etwas weniger. Doch mit der Stimmung kann auch die Erwartung der Prüflinge auf. Pumuckel durfte in den Kreis der Wölflinge aufgenommen werden. Für Hüpfer gab es auch noch eine Überraschung. Er wurde zum Pfadfinder ernannt. Es kam die Geschichte mit dem Beverblöm wieder auf den Tisch. Entstanden war sie ja schon vor Jahren, als man einen verwundeten Hirsch, unweit der Stelle wo das Rehkitz gelegen hatte fand. Angeblich soll in der Mulde eine große Blutlache gewesen sein. Als war der Beverblöm da und hat das Kitz geholt. Wann stirbt eigentlich dieser Beverblöm? Mit schaurigem Gesang wurde die Nacht zum Tag gemacht. Dann gab es für jeden, der wollte eine Flasche Bier. Na - ja fast. Die Kinder bekamen Malzbier und die Gruppenleiter genehmigten sich auch eine Flasche als Abschluss dieses Tages.

Montag, 20.05.2002-05-24

Heute schliefen wir etwas länger. Beim Frühstück schliefen die meisten bald ein. Nach dem Frühstück wurde das Gepäck gepackt und die Zelte langsam abgebaut. Die Sonne meinte es an diesem Tag besonders gut. Das drückt dann die Arbeitsleistung erheblich. Immer wieder versuchten die männlichen Wiesel sich vor der Arbeit zu drücken. Doch die wachen Augen der Gruppenleiter scheuchten sie immer wieder weiter. Es gab noch ein Mittagessen und der ungleiche Kampf gegen die Sonne und das Zeltlager nahm seinen Lauf. Wir siegten schließlich doch. Die Sachen waren wieder in dem 200 Meter weiter parkenden Anhänger verstaut und die Eltern holten uns ab. Am Gruppenraum verstauten die Sachen wieder in den Keller.

Dann war eines der tollsten Pfingstlager zu Ende. An dieser Stelle müssen wir uns bei den Eltern bedanken, die uns tatkräftig unterstützt haben, besonderer Dank gilt aber Herrn Gläsert. Er stellte seinen VW Bus und seinen Anhänger zur Verfügung. Ohne seine Hilfe hätten wir die Zelte weder holen, noch am Dienstag zurück bringen können.

Kelly